HNO Praxis Düsseldorf-Derendorf

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Parazentese/ Paukenröhrcheneinlage

Für ein gutes Hörvermögen ist neben einem intakten Innenohr auch ein gut funktionierendes Mittelohr erforderlich. Die regelrechte Entwicklung der Mittelohrräume ist an eine gute Belüftung gekoppelt. Eine verminderte Belüftung des Mittelohres mit einem permanenten Unterdruck begünstigt die Bildung von sogenannten Paukenergüssen (=Sekretansammlungen im Mittelohr). Es entsteht eine Mittelohrschwerhörigkeit, da das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette den Schall nicht mehr richtig an das Innenohr übertragen können (=Schallleitungsschwerhörigkeit).

Eine Hörminderung kann besonders bei kleinen Kindern zu einer Sprachentwicklungsverzögerung führen.

Daher sollte man diesen sehr erfolgreichen und relativ harmlosen Eingriff einer Parazentese (=Trommelfellschnitt) bei Kleinkindern nicht allzu lange aufschieben. Nach mikrochirurgischer Eröffnung des Trommelfells wird das Sekret aus der Paukenhöhle abgesaugt und so die Schwingungsfähigkeit der Gehörknöchelchenkette wiederhergestellt. Das Kind kann in der Regel sofort nach der OP wieder gut hören. Der Trommelfellschnitt schließt sich in der Regel innerhalb von 1-2 Wochen spontan.

Nach der OP: Solange der Trommelfellschnitt offen ist, darf kein Wasser in die Ohren gelangen. Beim Duschen und Baden sollten die Gehörgänge mit Watte abgedichtet werden.

Stellt der Operateur beim Absaugen des Mittelohrsekretes fest, dass dieses extrem zähflüssig ist (=glue ear"), empfiehlt sich zur dauerhaften Mittelohrbelüftung eine Paukenröhrcheneinlage. Auch bei Kindern mit bereits bestehender Sprachentwicklungsverzögerung wird die Indikation zur Paukenröhrcheneinlage großzügiger gestellt.

OP: Nach der Eröffnung des Trommelfelles und dem Absaugen des Ergusses wird ein winziges Drainageröhrchen aus Titan oder Gold in das Trommelfell eingesetzt. Dieses Paukenröhrchen verbleibt ca. 3-8 Monate und wird dann spontan vom Trommelfell abgestoßen, indem dieses sich wieder verschließt. Nur sehr selten muss ein Paukenröhrchen operativ entfernt und das Trommelfell geschlossen werden.

In Ausnahmefällen führen wir auch die Einlage von Langzeit-Paukenröhrchen durch. Diese PR stoßen sich nicht von selbst ab, sondern werden erst nach Ausheilen des Mittelohres wieder entfernt.

Nach der OP: Duschen, Baden und Haarewaschen sind ohne Schutz möglich. Kinder, die noch nicht schwimmen können und Schwimmflügelchen tragen, benötigen keinen Schwimmschutz. Da der Durchmesser des Paukenröhrchens nur 1 mm beträgt, ist ein Druck von ca. 80 cm Wassersäule erforderlich, damit Wasser in das PR eindringen kann.

Kindern, die schon schwimmen können, verschreiben wir einen individuellen Gehörgangsschutz (=Otoplastik), der von einem Akustiker speziell angepasst wird. 

Im Regelfall ist mit der Durchführung des Trommelfellschnittes und dem Absaugen des Sekrets aus dem Mittelohr bzw. der Paukenröhrcheneinlage die Beschwerdesymptomatik des Kindes dauerhaft behoben und es kann wieder gut hören.